Am Sonntag gab die russische Pianistin Natalia Nikolai im Forum einen Klavierabend mit Werken von Chopin und Liszt.

Nach ihrer Ausbildung in Moskau kam sie zu weiteren Studien an die Musikhochschule in Stuttgart;
sie war bereits Gast in internationalen Konzertsälen.

Natalia Nikolai bot ihrem Publikum eine höchst bewundernswerte Leistung.



Der erste Teil des Konzerts bestand aus Chopins 24 Preludes op.28, einem Zyklus aus romantischen Charakterstücken, von langsamen, melodiösen Walzern (die sicher mancher noch vom Klavierunterricht her kannte) bis hin zu stürmischen virtuosen Stücken, bei denen Frau Nikolais Hände nur so flogen.

Ihr enormes pianistisches Können stellte sie im zweiten Programmteil noch gesteigert unter Beweis: Liszts Sonate h-Moll ist eines der bedeutendsten und technisch anspruchsvollsten Klavierwerke der Spätromantik.



Frau Nikolais Interpretation des ca. 30-minütigen Werks fesselte das Publikum sowohl in den lyrisch-erzählenden wie auch in den dramatisch-hochvirtuosen Teilen, die zeigten, dass Klavierspielen auch körperliche Schwerarbeit sein kann.

Nach so viel zupackender Dramatik wurden die begeistert applaudierenden Zuhörer mit einer wunderbar beruhigenden Zugabe, Bachs Präludium C-Dur, in den Sonntagabend entlassen.