Rund 70 Besucher kamen am Sonntagabend 16.6. zum Konzert des siebenköpfigen weißrussischen

Ensembles "Kammersolisten Minsk" unter der Leitung von Dmitri Subow.

"Die Minsker Musiker sind nicht zum erstenmal im Forum zu Gast", betonte Monika Schweizer

vom Kulturausschuss in ihrer Begrüßung. In ihrem 90-minütigen Programm unter dem

Titel "Sterne am Himmel der Barockmusik" brachte das Ensemble Werke von Johann Sebastian Bach,

Georg Philipp Telemann, Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn zu Gehör.

Zu Beginn des Konzerts brillierte Galina Matjukowa in Bachs Suite für Flöte, Streicher und b.c. auf der Traversflöte.

 

In acht Sätzen skizziert Telemanns Programm-Suite „Burlesque de Quixote“ für Streicher und b.c. in instrumentaler Form Episoden aus Cervantes´ berühmtem Roman „Don Quijote“, erläuterte Dmitri Subow und sagte die ins Deutsche übertragenen Sätze vom Cembalo aus an. "Telemanns Suite beginnt mit einer französischen Ouvertüre...Nach seinen ersten unglücklichen Abenteuern wird Don Quichotte von einem Mann aus seinem Dorf gefunden, der ihn wieder nach Hause bringt. Während er schläft, versuchen der Priester und der Dorfbarbier die Bücher aus dem Weg zu schaffen, die die Ursache von Don Quichottes Phantasiegebilden sind, indem sie den Raum, in dem sich die Bücher befinden, durch eine Wand verschließen. Als er erwacht, wundert sich Don Quichotte über das Verschwinden des Zimmers. Doch bald versichert er sich der Dienste eines Knappen in Gestalt des Sancho Pansa, der ein Element von bodenständigem, gesundem Menschenverstand in sein Leben bringt. In seinem ersten neuen Abenteuer hält Don Quichotte Windmühlen für Riesen, die er angreifen will, wobei jedoch seine Lanze an einem Mühlenflügel zerbricht. Seine Liebesseufzer für die Phantasiegestalt seiner Geliebten, Dulcinea del Toboso, werden musikalisch durch konventionelle instrumentale Seufzer ausgedrückt. Sancho Pansa gerät durch seinen Herrn in verschiedene schwierige Situationen; er wird von Don Quichottes Gegnern geschlagen, und bei dem Versuch, ein Gasthaus zu verlassen, in dem sein Herr die Zeche nicht gezahlt hat, festgehalten und in ein Bettlaken gestopft. Don Quichottes elendes Pferd Rosinante charakterisiert Telemann in einem Satz, der die Beschreibung von Sancho Pansas Esel einrahmt. Die Suite klingt aus mit dem wieder nach Haus zurückgekehrten und eingeschlafenen Don Quichotte."(1)

In Vivaldis „La Notte, op. 10, No 2“ ließen Spielfreude und virtuose Beherrschung des Instruments „sinnieren und tanzen“. Nach der Pause erklangen Telemanns Quartett für 2 Violinen, Bratsche und b.c. in a-Moll, Händels Concerto grosso für Flöte, Streicher und b.c. in G-Dur sowie Bachs Sinfonia aus der Kantate „Non sa che sia dolore“, bevor sich das begeisterte Publikum nach einer Zugabe - einem Satz aus Händels „Symphonie mit dem Paukenschlag“ - mit Standing Ovations für dieses gelungene Konzert bedankte.

 

(1) Quelle: http://www.naxos.com