4.Orgelfahrt am 22.5.2008 „Das Leben ist ein Orgelspiel“

3332008-05-22 Orgelfahrt Esslingen Innen1_200.jpg– mit einer kleinen Anekdote zu dieser Aussage, begann Andreas Ostheimer die 4. Orgelfahrt am Fronleichnam-Feiertag in der Neuapostolischen Kirche in Esslingen. Ob dabei die Orgel als Instrument mit eigener Prägung oder die Mannigfaltigkeit der Klangfarben oder das großartige Wunderwerk oder die Orgel, manchmal ein Schrei- und Brüllinstrument, dem menschlichen Leben gegenübergestellt wurde, blieb offen.

In Esslingen wurde vielmehr auf das romantische Klangbild der 1935 erbauten Orgel (Orgelbau Steirer, 1993 von Orgelbau Hehl renoviert) geachtet.

Eine vollkommen andere Konzeption zeigte die Orgel der NAK Plochingen. Mit einem freistehenden Gehäuse, in alter handwerklicher Manier gefertigt und einem eher barocken Klang punktete das Meisterstück aus der Werkstatt von Werner Mann (2001). Eine Besonderheit für neuapostolische Kirchen ist, dass im Prospekt ausschließlich Holzpfeifen zu sehen sind.

Nach einer gemütlichen Stärkung in „italienischer Färbung“ ging es für die 20 Teilnehmer der Orgelfahrt weiter zur Neuapostolischen Kirche in Göppingen.Die Architektur der Kirche in Verbindung mit der stattlichen Bauweise der Orgel (Offner) wirken beeindruckend. Mit einem kernigen Prinzipal strahlt diese Universalorgel seit der Renovierung 1992.

Erstmals war der Besuch einer Evangelischen Kirche eingeplant. Die Ulrichskirche in Süßen, eine Kirche im spätgotischen Baustil, erhielt bei der Renovierung im Jahr 2004 eine Orgel der Orgelbaufirma Scharfe aus Bünzwangen. Mit Liebe zur Perfektion plant und baut die Orgelbaufirma seit zwei Generationen Orgeln. Etwas ganz Besonderes war es für die Teilnehmer der Orgelfahrt, dass die Orgelbaumeister Scharfe (Vater und Sohn) persönlich zugegen waren. Mit ihrer fachkundigen Erklärung blieb keine Frage offen. So wurde erklärt, dass das Orgelgehäuse nach dem Entwurf des Architekten und Organisten Daniel Keller gebaut wurde. Es zeigt die Ausdrucksweise der Musik, Schwingungen und Wellen wurden dabei in komplizierter und aufwendiger Konstruktion in den Rundungen des Gehäuses nachempfunden. Ein Spieltisch aus Waldkirsche lädt zum Orgelspiel  ein. Die Besonderheit dieser Orgel ist eine elektronische Registrierhilfe, der Setzer. Er erleichtert dem Organisten das Abspeichern der Registerkombinationen. (übrigens ist ein ehemaliger Schüler und Mitarbeiter der Fa. Scharfe ein regelmäßiger Mitreisender bei allen Orgelfahrten!). Die letzte Station, die NAK Süßen, empfing uns mit Kaffee und Gebäck – herzlichen Dank dafür. Orgelbauer Schmid aus Kaufbeuren baute die Orgel dieser Kirche im Jahr 2000, bei der Kirchenrenovierung 2006 wurde sie gekauft und auf die Empore gesetzt. Bei vielen Hörproben, gespielt von Andreas Ostheimer und manchen Teilnehmern konnte man bestätigen, daß der Klang der Orgel vermag, den Glanz der kirchlichen Zeremonien zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben. Mit einem herzlichen Applaus bedankten sich alle Teilnehmer bei Andreas Ostheimer für diesen wohltuenden und informativen Tag. An alle, die sich noch mehr mit Aliquote, Diskant, Kegellade, Labialregister, Pfeifenstock etc. beschäftigen möchten, ergeht eine herzliche Einladung zur nächsten Orgelfahrt am 3. Oktober 2008.