Die Inspiration aus jahrtausendealter Tradition

Eine kleine interessierte Runde hatte sich am Freitagabend, 14. November 2008, zusammengefunden. Der Kulturausschuss hatte zu einem besonderen Vortrag geladen: Die Bedeutung des Kirchenjahres in der Neuapostolischen Kirche ist zwar nachrangig, aber dennoch nicht von der Hand zu weisen.

7582008-11-14 Kirchenjahr 141108 002_JH_200.jpgAndreas Ostheimer begann seinen Vortrag, indem er auf zwei verschiedene Vorstellungen von Zeit und Geschichtsverständnis einging. Beim linearen Verständnis ist die Abfolge der Ereignisse A, B, C klar strukturiert und verfolgt ein Ziel (z. B. heilsgeschichtlich), es wird daher auch als „teleologisch“ bezeichnet. Das zyklische Verständnis orientiert sich am Kreis und wiederkehrenden Strukturen, z. B. einem Jahreslauf: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das Kirchenjahr mit seinen immer wiederkehrenden Festkreisen, Weihnachten und Ostern, ist ein weiteres Beispiel dafür.

Die Zuhörer erfuhren viel über die Entstehung und Entwicklung der christlichen Feste und Bräuche. Dass die christliche Woche mit dem Sonntag und der Tag mit dem Vorabend beginnt (wie beim Heiligen Abend) war ebenso wie die Erkenntnis, dass die Adventszeit auch eine Fastenzeit sein kann, nicht jedem vorher klar. Auch hängt die Datierung vieler christlicher Feste von ursprünglich heidnischen Festen ab.

Der Vortrag war lebhaft und humorvoll und vor allem informativ. Abgerundet wurde dieses Vergnügen durch die biblischen Köstlichkeiten, die mit viel Liebe und Können von den Eheleuten Maier gekocht und gebacken worden waren. Im Anschluss an den Vortrag verweilten daher alle Gäste noch zum Naschen und auf ein Gläschen Rotwein. Der Gesprächsstoff ging nicht aus, vor allem, da das neue Kirchenjahr mit dem 1. Advent vor der Tür steht und von nun an von allen Anwesenden mit anderen Augen betrachtet wird.

Dieser Vortrag war Auftakt für weitere Veranstaltungen rund ums Kirchenjahr. Die nächste findet statt am 13. Dezember, wo Singen und Naschen sowie vertiefende Informationen zur Adventszeit geboten werden.