„Es drängt sich geradezu auf, das Christentum rational zu erfassen“,
so beschreibt Dr. Frank Hofmann seine persönliche Erfahrung.
Durch Betrachtung philosophischer Fragestellungen könne der christliche Glaube umso tiefer erschlossen werden.
Wie weit die Vernunft reicht und wo der Glaube anfängt, lässt sich somit auch klarer herausfinden.



Zu Beginn seines Vortrags definierte er zunächst, was Ethik ist und was sie leisten soll und kann: „Eine Ethik stellt vernünftig begründete Kriterien für moralisch gutes und schlechtes Handeln auf und bewertet die Motive und Folgen dieser Handlungen.“

Frank Hofmanns These ist, dass gerade die christliche Ethik bessere Antworten liefert als eine Ethik, die nur die Maximierung des Nutzens im Auge hat. Sie geht auch über die Forderungen des „Weltethos“ (begründet und vertreten insbesondere durch den Tübinger Theologen Hans Küng) hinaus, weil die Selbstliebe und die Nächstenliebe sich in einer christlichen Ethik immer auf die Gottesliebe bezieht.

Die beiden wichtigsten Positionen christlicher Ethik, einerseits die paulinischen Gesinnungsethik (Gerechtigkeit allein durch den Glauben), die vorwiegend in der protestantischen Theologie vertreten wird, andererseits die Verantwortungsethik (Gerechtigkeit durch Taten), die sich im Alten Testament und auch in der katholischen Moraltheologie findet, erläuterte der Referent aufgrund seiner detaillierten Kenntnis der biblischen Schriften und ihrer Entstehungsgeschichte sehr ausführlich.

Die Grundlage jeder christlicher Ethik sind die zehn Gebote, die sich in vier Gebote des Glaubens und sechs Gebote der Moralität strukturieren lassen.
Es war spannend, die verschiedenen Quellen und Fassungen gegenüber gestellt zu sehen. Insbesondere das Bilderverbot „Du sollst dir kein Bildnis machen .... Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen.“ (5.Mose 5, 8f.) ist hochaktuell. So soll nichts Ungöttliches für unser Handel bestimmend sein. Gott, der diese Gebote gegeben hat, ist so gesehen ein Gott der Freiheit, der den Menschen von allen Abhängigkeiten bewahren will.

„Die christliche Ethik ist die größte denkbare moralische Herausforderung für den Menschen.“, so spitze der Referent die Radikalität der Lehre Jesu zu. „Und wer sein Leben Gott und damit der Liebe widmen möchte, hat gar keine andere Wahl, als sie anzunehmen.“ Eine praktisch gelebte Nächstenliebe als zentrale christliche Tugend führt somit unweigerlich zu Barmherzigkeit, Demut und Sanftmut als Handlungsmaximen.

Die Frage „Wie kann man Nächstenliebe einüben?“ führte Frank Hofmann anhand von vier konkreten Problemkreisen - Materieller Reichtum, Präimplantationsdiagnostik (PID), Ehescheidung und „Kann man mit der Bergpredigt Politik machen?“ – näher aus und ging auch auf die damit verbundenen Fragen auch in der damit enthaltenen Ambivalenz ein.

Die Diskussion zeigte lebhaftes Interesse des Publikums; beim anschließenden Imbiss konnten die Gespräche in kleinem Kreis fortgeführt werden.
Nähere Informationen und weitere Unterlagen zu diesem Vortrag stehen zur Verfügung; sie können über
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