Forum Fasanenhof
Begegnungsstätte der Neuapostolischen Kirche
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„Die Entwicklung der neuapostolischen Liturgie“
Vortrag am 3. Dezember 2007
Referent: Andreas Ostheimer, Musikwissenschaftler

 

Sehr interessierte Zuhörer waren zu diesem Vortrag ins Forum Fasanenhof gekommen. Das zeigten die vielen Fragen und Diskussionsbeiträge nach dem 90-minütigen Vortrag.
Andreas Ostheimer als Historiker mit dem Spezialgebiet Musik ging es nicht um die theologischen Hintergründe der neuapostolischen Liturgie, wie er zu Beginn ausdrücklich betonte. Liturgie - eine aus dem Griechischen stammende Vokabel (Werk für das Volk, Dienst am Volk) bezeichnet die Gesamtheit der offiziellen gottesdienstlichen Handlungen in einer christlichen Kirche, die Art, wie Gottesdienst gefeiert wird, etwas objektiv Sichtbares und damit Identität stiftend. Anliegen des Referenten war, nicht das "Warum", das wäre der theologische Aspekt, sondern als Historiker das "Woher" zu erläutern.
Andreas Ostheimer
Der Referent Andreas Ostheimer
Dies geschah in einem klar strukturierten und mit musikalischen Beiträgen - liturgische Gesänge früherer Zeit, die in jüngerer Zeit wiederaufgeführt und aufgenommen wurden - lebendig gestalteten Abriss der Geschichte der neuapostolischen Liturgie von Mitte des 19. Jh. bis heute. Die erste Liturgie war die der Kath.-apostolischen Gemeinde in England, aus der die Neuapostolische Kirche hervorgegangen ist. Es gab genau festgelegte Gesänge in jedem Gottesdienst, von besonderen Anlässen abgesehen. Die heutige Gottesdienstform kennt das nicht mehr, eine Entwicklung, die in der Neuapostolischen Kirche Ende des 19. Jh. einsetzte und die folgerichtig um 1900 herum zur Herausgabe des ersten neuapostolischen Gesangbuchs führte. Weitere gravierende Unterschiede zwischen "damals" und "heute" - Rede und Gegenrede zwischen Gottesdienstleiter und der Gemeinde sind entfallen, nur noch rudimentär im "Amen" der Gemeinde und gesanglich im dreifachen Amen nach dem Schlusssegen enthalten. Als Platz für alle Handlungen im Gottesdienst gibt es nur den Altar, keine Kanzel, keinen anderen Platz; der Altar ist Altar, Kanzel und Rednerpult zugleich. Die Zeit für die Predigt - in der "alten" Liturgie vielleicht 10 Minuten - heute nimmt die Wortverkündigung den größten Teil der Gottesdienstzeit ein. Dies nur als Beispiel für viele vom Referenten en detail dargelegte Entwicklungen von früheren Liturgien zur heutigen der Neuapostolischen Kirche.

Dem Berichterstatter und sicher auch den anderen Zuhörern wird nach diesem Vortrag im nächsten Gottesdienst - vielleicht zum ersten Mal  - wirklich bewusst sein, dass auch die Neuapostolische Kirche ihre eigene Liturgie hat, die keine Sache der "Gewohnheit" ist, sondern sich im Lauf der Kirchengeschichte entwickelt hat und damit zur Identität unserer christlichen Gemeinschaft gehört. Dafür gilt dem Referenten Dank, den gleich nach dem Vortrag Monika Schweizer, Vorsitzende des Kultur-Ausschusses des Forums Fasanenhof, zum Ausdruck brachte.

Isolde Frank, Ausschuss 6 Öffentlichkeitsarbeit

Das Manuskript des Vortrags wurde nun als PDF auf der Internetseite von Christ-im-Dialog veröffentlicht.

 

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