Die Ankündigung des Vortrags war auf großes Interesse gestoßen, so dass im Saal fast jeder Stuhl be-setzt war, als Bez.Ap. i.R. Karlheinz Schumacher seine Ausführungen begann. Er berichtete sehr lebendig, humorvoll und ohne Manuskript.

Er stellte an diesem Abend die Entstehungsgeschichte des Katechismus vor und gab einen kurzen Ausblick auf den im Werden befindlichen Katechismus in Fragen und Antworten. Inhaltliche Fragen sind einem späteren Vortrag unter einem anderen Vortragenden vorbehalten.

Immer wieder wurden Gläubige, Amtsträger und auch die Apostel gefragt, was die NAK eigentlich sei. Es gab keine ausführliche Beschreibung unserer Glaubenslehre, es existierte nur das Büchlein „Fragen und Antworten“, das seit vielen Jahrzehnten als Grundlage für den Konfirmandenunterricht diente (letztmals überarbeitet 1992). Dieses Werk konnte aber den Anforderungen an einen Katechismus nicht genügen. Als unter Stammapostel Fehr sich die NAK langsam den anderen Kirchen gegenüber öffnete, bekamen mehrere Apostel und Amtsträger die Aufgabe, eine „Selbstdarstellung“ der Kirche zu verfassen mit dem Titel „Alles über die NAK“. Bald zeigte sich aber, dass diese Darstellung nicht dem eigentlichen Ziel einer umfassenden, objektiven Information über unseren Glauben entsprach.
So erfolgte unter Stammapostel Fehr 2004 die Gründung der Projektgruppe DNG (Der Neuapostolische Glaube) unter Vorsitz von Ap. Hoyer (NRW). Innerhalb dieser Projektgruppe wurden einzelne Untergrup-pen gebildet, die jeweils einzelne Themengebiete erarbeiteten. Auch Bez.Ap. Schumacher leitete eine solche Untergruppe.

Insgesamt mussten eine Vielzahl von Einzeldokumenten zu einem Gesamtwerk von 391 DIN-A4 Seiten mit über 10.000 Zeilen zusammengeführt werden. Die Arbeit war sowohl kompliziert als auch zeitintensiv. Geplant waren bis zur Fertigstellung ca. vier Jahre, benötigt wurden letztendlich sieben Jahre. Stammapostel Leber unterstützte die Fertigstellung des Werkes nachdrücklich.

Bez.Ap. Schumacher ließ die Zuhörer einen Blick auf die Arbeitsweise der einzelnen Gruppen werfen: Es ging um Zusammentragen der Informationen zu einzelnen Stichworten, Suche nach treffenden Formulie-rungen auch im Detail, manchmal intensive, kontroverse Diskussionen um einzelne Aussagen, dann Übergabe des Textes an die parallel arbeitenden Gruppen zur intensiven Überprüfung. Es erfolgten viele umfangreiche Gespräche und über allem eine unzählige Zahl von Gebeten.

Änderungsvorschläge gingen an die Ursprungsgruppe zurück, wurden überarbeitet und dann dem Stammapostel und den Bezirksaposteln zur Begutachtung vorgelegt. Dort erfolgten wieder – immer nach intensiven Gebeten um die richtige Sehensweise – detaillierte Diskussionen unter den verschiedensten Gesichtspunkten. Der Bez. Apostel betonte immer wieder, dass die Arbeit an den einzelnen Kapiteln kein Alleingang einzelner Personen oder Gruppen war, sondern das Ergebnis einer aufwändigen, auch zeitintensiven, engen Zusammenarbeit mit dem Stammapostel und den Bezirksaposteln bildete. Dabei betonte er, dass die Gruppen immer eng von Stammapostel Leber begleitet wurden und er die Arbeit stets mit Rat und Tat unterstützte. Auch die Bezirksapostelversammlung war in den gesamten Arbeitsprozess fort-während einbezogen.

Nachdem sich 2010 die Fertigstellung abzeichnete, hat man sich an einzelne Gruppen in der Kirche, insbesondere Jugendliche und Konfirmanden in Afrika gewandt und die Texte dort noch einmal vorgelegt, mit der Bitte, die Eindrücke und Empfindungen zu den Texten aus der jeweiligen Sicht mitzuteilen. Daraus ergaben sich noch viele Anregungen und manche Verbesserung.

Ab 2011 wurde mit der Schulung der Amts- und Funktionsträger und –innen begonnen. Am 17.3.2012 beschloss die Bezirksapostelversammlung dann die endgültige Textfassung des Katechismus der Neuapostolischen Kirche.

Neben der deutschen Fassung gibt es ja auch eine englische, spanische, französische, russische und portugiesische Übersetzung. Die Übersetzungsarbeiten dazu waren sehr komplex und zeitaufwändig, galt es doch, auch den kulturellen Hintergrund der einzelnen Sprachgruppen zu berücksichtigen. Das erfolgte in intensiver Zusammenarbeit mit den Bezirksaposteln der entsprechenden Länder bzw. Sprachgruppen. Nachdem diese Arbeiten Mitte 2012 abgeschlossen waren, konnte Ende 2012 Stammapostel Leber das Werk in einem live in ganz Europa ausgestrahltem Informationsabend der Öffentlichkeit vorstellen und in der Neuapostolischen Kirche als verbindliche Darstellung unseres Glaubens einführen.

Erfreulich ist, dass die Reaktionen, auch der anderen Kirchen, durchaus positiv sind.

Hiermit ist die gesamte Arbeit aber noch nicht abgeschlossen. Es wird nun eine didaktisierte Fassung des Katechismus in Form von Fragen und Antworten erarbeitet, die den Inhalt “kurz und knapp“ in allge-mein verständlicher Sprache zusammenfasst und weitgehend ohne theologische Fachbegriffe auskom-men soll. Ein besonderer Gewinn ist, dass an dieser Fassung stets die genannten Bibelzitate im Text ausgeschrieben sind.

Der Abend endete noch mit einer lebhaften Fragerunde, bevor die Zuhörer sich bei einigen Getränken und einem kleinen Imbiss noch über das Gehörte austauschen konnten.