Das Leben ist stehen geblieben in großen Kristallen.
Aber lass es ruhig stehen einstweilen…“

Mit diesem Zitat des schwedischen Lyrikers Tomas Tranströmer fasste Wolfram Böttiger am Ende seiner Einführung die Gedanken zu seinen Bildwelten zusammen.


Etwa zwanzig zum Teil großformatige Arbeiten erwarteten die Besucher. Mal detailliert, mal skizzenhaft, mal ins gestisch Abstrakte verschwimmend erscheinen alltägliche Dinge. Collagenhaft finden sich Blumen, Gesichter, Blicke, Personen. Die Zeit scheint ihnen verloren gegangen zu sein. Sie sind kräftig, temperamentvoll, sie scheinen dem Fluss der Zeit zu widerstehen und zeigen doch die Vergänglichkeit.

Es war ein Abend, der Kunst, Literatur und Musik in Einklang brachte, ein Moment der Ruhe, zu dem Armin Hoffmann die etwa vierzig Besucher zur dritten Ausstellung im Forum Fasanenhof begrüßte.

Feierlich wurde der Abend eröffnet durch das Andante festivo für Streichorchester von Jean Sibelius. Die 9 Mitglieder des Ensembles unter der Leitung von Klaus Brannath (Ulm) erfüllten den Raum mit einem samtweichen Klang. Langsam verhallt, folgte eine „kurze Pause im Orgelkonzert“, ein lyrischer Text von Tomas Tranströmer. Mit sachlich nüchterner Manier beschreibt Tranströmer seine Gedanken in einer Konzertpause. Das alltägliche Leben, stumpf und glanzlos zieht vorüber, doch immer wieder überzieht einmal lyrischer, mal sehnsuchtsvoller, manchmal träumerischer Schimmer die Welt. Max Regers Lyrisches Andante setzte diese Atmosphäre wieder in Töne um.

Es folgte eine kurze Einführung zu den Gemälden durch den Künstler, ein weiterer Text von Tranströmer (Portrait mit Kommentar), der genauso gut als eine Bildbetrachtung verstanden werden konnte. Zum Schluss des Programms setzten rauere Töne an, als ob die Gedanken von Leben und Tod aus den Bildern steigen. Das Streichensemble intonierte Berthold Hummels Adagio – In Memoriam Benjamin Britten, ein Stück, das der Komponist am Todestag seines Kollegen zu dessen Gedenken komponierte hatte. Dissonant, dramatisch, aber auch da schimmerten immer wieder helle und reine Akkorde heraus.

Ein Sektumtrunk bot zum Abschluss nochmals die Gelegenheit, sich in die Bilder zu vertiefen, sich darüber auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.


Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Dezember 2008 bei allen Veranstaltungen im Forum Fasanenhof zu besichtigen.