Zahlreiche Veranstaltungen landauf und landab erinnern an die Geschichte des „Feiertags der Arbeiter“. An diesem Tag machten sich zum 8. mal 20 „Beschäftigte rund um die Orgel“ mit Andreas Ostheimer auf, um neue Erfahrungen und Eindrücke über die „Königin der Instrumente“ zu sammeln. Die Einführung des Achtstunden-Tages war ein wichtiges Etappenziel in der Geschichte der Arbeiterbewegung. Das wurde auch heute beachtet. Um 9.30 Uhr fuhr die zwanzigköpfige Gruppe vom Forum Fasanenhof ab, um das „Unterland“ zu erobern.



Die erste Haltestelle war die Neuapostolische Kirche in Weinsberg. Im Februar 2010 konnte die Kirche nach Umbauarbeiten wieder bezogen werden. Im Zuge der Renovierung wurde auch eine neue Pfeifenorgel eingebaut. Die Firma Hehl aus Murr baute das neue zweimanualige Instrument mit 448 Pfeifen in die Seitenempore ein. Der in den Raum ragende Prospekt nimmt die Rundungen in der Decke auf und ist harmonisch mit der Form des Altars abgestimmt. Das Instrument ist trotz fehlender Zungenstimmen im Kirchenschiff mächtig präsent.

Weiter ging es anschließend nach Heilbronn. Die große NAK-Kirche  hat schon vor einigen Jahren ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die zum Jubiläum verfasste Chronik gibt einen beeindruckenden Einblick in die auch schwierigen Zeiten dieser Gemeinde,  besonders wenn man liest, dass die komplette Kirche 1944 durch einen Luftangriff zerstört wurde. Die einstens von der Firma Steirer-Stahl aus Bietigheim-Bissingen  erbaute Orgel wurde 1988 durch Orgelbau Hehl erneuert. Sichtbar zunächst ist der neue Spieltisch, hörbar machte Andreas Ostheimer durch ausgewählte Musikstücke besondere Register, wie z.B. Chalumeau 8‘.





Nach der Mittagspause stand die Orgelbesichtigung in der NAK in Lauffen auf dem Reiseplan. Die Orgel in der 2007 umgebauten Kirche befindet sich auf der Empore. Obwohl man zunächst Kirche und Orgel widersprüchlich im Stil erlebt, erfährt man schnell, dass die Orgel optisch sowie klanglich ein Kleinod darstellt und die Gemeinde damit gut versorgt ist. Die Orgel diente bis dato als Leihorgel der Firma Sandner.


Weiter ging die Fahrt zur vierten Station nach Besigheim. Im Jahr 2000 wurde die neue Kirche an alter Stelle eingeweiht. Eine extrem schmale und hohe Orgel steht in der schlichten Umgebung des Kirchenschiffs. Viele gespielte Kostproben zeigten den Zuhörern den feinen Klang der Orgel.







Bevor der „Tag der Arbeit“ zu Ende ging, wurde zum Abschluss der 8. Orgelfahrt die Kirche in Asperg angesteuert. Mit den Umbauarbeiten der Kirche im Jahr 2006/2007 wurde auch eine neue Orgel gesucht. Die Wahl fiel auf das einmanualige Meisterstück von Dirk Pfeifer. Besonderes Merkmal sind die eingebauten ziselierten Pfeifen. Ihr Klang erinnert beinahe an die berühmten Silbermannorgeln.



Es ist 17.30 Uhr geworden - unser Achtstunden-Tag ist vorüber. Herzlichen Dank an Andreas Ostheimer für die kompetente Begleitung. Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte sich auf den Weg machen, um sich von den Klangfarben dieser prächtigen Orgeln zu überzeugen.  Freudiger Ausblick: Die nächste Orgelfahrt ist am 1. November 2010 geplant.